SIFU PETRA SCHÄFER SCHREIBT:

WingTsun Welt 26 (2002)



Eigentlich brauche ich hier kaum noch etwas zu schreiben, da ich auch in diesen Punkten (nicht nur aus reiner Gewohnheit) mit den Aussagen meines Sihing (und Ehemannes) Sifu Frank übereinstimme. In den vielen Jahren meiner WT-Unterrichtspraxis habe ich gelernt, mich nicht von jeder Hysterie-Bewegung anstecken zu lassen.

Ich befinde mich in der Luxus-Situation, einen WT- und EscrimA-Waffenspezialisten im eigenen Haushalt zu haben. Auch wurde ich durch glückliche Umstände bereits 1993/94 im Privatunterricht von meinem Si-Fu (GM Kernspecht) in Italien in das WT-Langstockprogramm eingeführt.
Es ist ein sehr anspruchsvolles Programm, und ich glaube nicht, dass ich damals schon in der Lage war, den Wert auch nur halbwegs richtig einzuschätzen.
Wie sollen das dann erst die Beginner können? Und es gibt für die SG’s und die TG’s doch so unendlich viel geniales im waffenlosen WingTsun Leung Ting-System zu erkunden!

Erst die lange Zeit dazwischen gab mir irgendwie die Reife, die WT-Waffenprogramme als das zu sehen, was sie sind, die ,Spielfelder’ der WT-Meister - und nicht der WT-Lehrer oder gar WT-Schüler (ich denke da allein schon an das Verletzungsrisiko!). Sogar als Frau eines 6. PG und selbst PG5-Aspirantin mit langjäriger EscrimA-Erfahrung, sehe ich mich noch lange nicht als eine WT-Waffenexpertin - und das stört mich überhaupt nicht.

Eine Freigabe der WT-Waffen könnte allzuleicht zu einer Wildwucherung führen, welcher sicherlich nicht nur in unserem eigenen Verband vom ,Future Learner-Typus’ aufgegriffen und missbraucht würde.

Auch meine ich klar miterlebt zu haben, dass die momentane familiäre Grundstimmung innerhalb der EWTO-Spitze noch nie besser und aufrichtiger war!

So bin ich dann auch sehr froh, mit im für mich einzig richtigen Team zu sein.

Ja, ein erhöhter Aussendruck verstärkt auch die innere Festigkeit! (So entstehen übrigens auch Diamanten…)


Sifu Petra Schäfer 4. TG
Cheftrainerin Niederlande