Frauen und Stress
 WingTsun Welt 32 (2008)

 

Drei Fragen 'zum kleinen Unterschied beim Stress' an Lady-Sifu Petra Schäfer 5. PG
 

 
1. Hast Du den Eindruck, dass Frauen anders trainieren/kämpfen als Männer?
Ja, während sie im Chi-Sao-Training durchaus Vorteile haben, da sie etwas weniger häufig den Kopf besetzen, statt im Körper zu verweilen, scheint dies bei vielen im Lat-Sao nahezu umgekehrt zu sein. Die grössten Hemmnisse gibt es beim Schlagtraining und im (rauherem) Kontakttraining, hier müssen oftmals erst gewisse Schwellen überwunden werden. Obwohl es durchaus auch Frauen gibt, denen es von Anfang an Spaß macht zuzuschlagen und zu 'raufen'. Im Formtraining erfühlen Frauen die Bewegungen leichter, während Männer die Abläufe oftmals schneller analysieren.
Ich habe in meinem Leben ungefähr 30 Straßenkämpfe hinter mich gebracht.Ein großer Vorteil für eine Frau ist der Vroteil der Überraschung. Welcher Mannrechnet schon damit, dass eine Frau im Kampf ein ernst zu nehemender Gegner sein kann. Auch glaube ich festgestellt zu haben, dass, wenn Frauen zur Gewalt greifen, dies im ersten Moment skrupelloser geschieht. Während Männer meist éinen Warnschuss abgeben', gehen Frauen oftmals gleich in die Vollen, zum Gesicht/Kopf/Haare oder kompensieren ihre Kraftunterlegenheit mit Einsatz von diversen Hilfsmitteln.
 


   
2. Wenn ja, was sind Deiner Meinung nach die Unterschiede?
 
Allein diese Thema würde einige Bücher füllen. Natürlich habe die Prägung durch die Umwelt und auch die rechts-links Hirnerschaltungen ihren Einflussauf die geschlechtsspezifischen Unterschiede. Einen der Hautpgründe sehe ich jedoch im eigenen Glaubenskonstrukt, wie die Welt funktioniert (oder 'zu funktionieren hat').
Ebenfalls scheint der Wettbewerbstrieb bei Männern teifer verwurzelt zu sein, aber da holen die Frauen (leider) in letzter Zeit auf - auf Kosten einiger sozialen Fähigkeiten. Dies erscheint mir selbst keine sehr wünschenswerte Entwicklung.
 


   
3. Glaubst Du, dass etwaige Unterschiede mit den unterschiedlichen Stressreaktionen zwischen Frauen und Männern zusammen hängen können?
 
Ja und nein. Styressreaktionen sind in der Wahrnehmung und Beurteilung verwurzelt. Natürlich kann das Geschlecht hierbei ein extra Stress-Faktor bedeuten. Außerdem äußern sich Stresssymptome bei Frauen meist anders als beui Männern, aber auch das scheint sich mit der Zeit anzugleichen (zu vermännlichen).Ob das eine gurte Sache ist, bleibt dahingestellt. Das hat aber eher mit Unkenntnis und vergangenen Prägungen als mit geschlechtsspezifischen unveränderlichen Veranlagungen zu tun. Der richtige Umgang mit Stress ist erlernbar und relativ geschlechtsunspezifisch. Ich persönlich halte Frauen für weitaus stressbeständiger, solange sie nicht versuchen, sich in männliche Erscheinungsformen und -normen zu zwängen.